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Modern Calligraphy – Tipps zum Anfangen.

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Hallo ihr Lieben,

heute habe ich einen sehr langen Post für euch. Wahrscheinlich den Längsten, den ihr hier auf the way I tend to be. jemals gesehen habt. Wenn ich ein Thema gerne mag, dann kann ich auch viel darüber erzählen. Heute geht’s – wie der Titel schon verrät – um Modern Calligraphy. Vorab mag ich schon mal sagen: Ich bin kein Profi. Ich kann euch nur die Tipps geben, die ich nach einiger Zeit gelernt habe und hoffe, sie helfen euch weiter. Also fangen wir an:

1. Kleinbuchstaben

Macht euch den Gefallen und fangt mit Kleinbuchstaben an. Die sind meiner Meinung nach einfacher und werdet ihr auch häufiger brauchen, sodass die Übung größer ist und das hilft euch eure Buchstaben immer wieder zu verbessern. Wenn ihr die Kleinbuchstaben ganz gut hinbekommt, könnt ihr euch an die Großbuchstaben setzen.

2. Tusche

Die richtige Tusche zu finden ist die nervenaufreibenste (und wahrscheinlich auch teuerste) Suche in meinem Leben. Ich habe schon alles mögliche ausprobiert, aber so richtig 100%ig war ich noch nie zufrieden. Also falls irgendjemand einen Tipp hat, was ich noch ausprobieren kann: her damit!

Was ich euch auf jeden Fall für den Anfang empfehlen kann ist der Aquarellkasten. Tausend Farben und noch viel mehr Mischungsmöglichkeiten. Super kann man damit auch Farbverläufe erreichen.

Wer dann schon ein bisschen mehr Übung hat kann es mit den fancy Tuschen probieren. Einen Goldfavoriten hab ich auf jeden Fall: Die Calligraphy Ink von Winsor and Newton in Gold. Was ich daran so liebe ist auf jeden Fall der warme Goldton!

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3. Die richtige Feder

Was ist genauso wichtig wie die Tusche? Richtig, die passende Feder und Federhalter. Momentan nutze ich eine Feder von Leonhardt. Wichtig ist nur, dass es eine Spitzfeder ist. Meine ist relativ weich. Das heißt wenn man viel Druck ausübt gibt sie schnell nach und der Strich wird sehr weit. Das bedeutet wiederum, dass man mit der weichen Spitzfeder sowohl sehr dünne Linien als auch sehr dicke Linien ziehen kann und das ist wichtig! Wenn ich mal eher weniger Varianz in der Strichstärke haben will nutze ich eine mittelweiche Spitzfeder. Anfangs habe ich auch noch eine Rörchenfeder benutzt, die gibts mit Federhalter bei Idee. für relativ wenig Geld und klappt auch ganz gut. Die habe ich aber mittlerweile beiseite gelegt, da sie mit meinem nächsten Punkt – dem richtigen Federhalter – leider nicht kompatibel ist.

4. Der richtige Federhalter

Wie eben erwähnt habe ich lange mit der Röhrchenfeder und einem einfachen Federhalter, der für die Röhrchenfeder geeignet ist, gearbeitet. Dann wollte ich unbedingt einen Oblique Federhalter ausprobieren (ja genau: die, die vorne so aussehen wie abgebrochen und wieder falsch hingeklebt ;))

Seitdem liebe ich diesen Federhalter, da er – wie der Name auch schon sagt – den schrägen Schreibwinkel unterstützt, ohne dass man dabei seine Hände verkrümmen muss. Meine habe ich bei einem kleinen Künstlerbedarf in der Bahrenfelderstr. in Hamburg Altona entdeckt. Der Laden ist auf jeden Fall mal einen Besuch wert!

5. Varianz

Die Modern Calligraphy lebt meiner Meinung nach von den Varianz in den Buchstaben. Was viele denken: Jeder Buchstabe muss in der Kalligraphie perfekt sein und alle b’s müssen gleich aussehen. Da kann ich nicht ganz zustimmen. Was ich gerade so liebe ist, wie unterschiedlich die gleichen Buchstaben doch aussehen können und wie sich der Buchstabe an den Platz, den er zur Verfügung hat, anpassen kann.

6. Üben, üben, üben.

Bei meinem letzten Tipp werden viele von euch die Augen verdrehen. „Das ist ja kein richtiger Tipp“ oder „Jetzt fängt die auch noch damit an!“ höre ich euch schon in meinem Kopf sagen. Aber seien  wir mal ehrlich: Wie oft haben wir schon etwas angefangen und nach dem ersten oder zweiten Scheitern wieder aufgehört, weil wir gedacht haben, wir sind „zu unkreativ“ oder „zu untalentiert“ dazu? Klar, ein wenig Fingerspitzengefühl gehört auch zur Kalligraphie dazu, aber das Talent was man (übrigens in den meisten Lebenslagen) braucht ist das Nicht-Aufgeben.

modern_calligraphy_tips_the_way_I_tend_to_be_2Dieser goldene Spruch im ICE auf dem Weg von Köln nach Hamburg entstanden. Wer sagt, dass man in einem wackelnden Zug nicht hauchdünne Linien ziehen kann? Kann man, und das habe ich nur herausgefunden weil ich es ausprobiert habe. Den ersten Versuch wollt ihr nicht sehen, der ist etwas sehr schief und krumm 😉

Und warum genau 6 Punkte? Das sind die Punkte, die mir gerade am wichtigsten erschienen sind. Ich hoffe ich konnte euch damit weiterhelfen und wenn mir noch mehr sinnvolle Punkte einfallen mache ich einfach einen zweiten Post.

Liebe Grüße,

Hanna

(Übrigens: Ihr könnt jetzt auch personalisierte Briefumschläge bei mir bestellen. Schaut dazu einfach mal hier vorbei!)

6 Kommentare

  1. Hallo Hanna 🙂 Wunderschöner Post und ich finde deine bisherigen Werke sehr beeindruckend, bewundere sie immer auf Instagram 🙂

  2. Calligraphy finde ich total schön – und wünsche mir ständig, das besser zu beherrschen. Wenn ich allerdings doch mal übe, deprimiert mich meist das Ergebnis so sehr, dass ich es wieder für eine Weile aufgebe.

    Auf die Sache mit den Kleinbuchstaben wäre ich nie gekommen – aber es klingt so sinnvoll. Danke auch für den Tipp mit der Varianz! Es fällt mir nämlich noch recht schwer zu akzeptieren, dass die Buchstaben nicht identisch sein werden.

    Auch die unterschiedliche Härte von Federn hatte ich nie vor Augen, aber das scheint ja echt einen größeren Einfluss zu haben 😉

    Über einen zweiten Post würde ich mich echt freuen!

    Liebe Grüße

  3. Schöner Beitrag. 🙂 Ich finde, du kannst das schon so toll, obwohl du ja noch gar nicht soooo lange dabei bist.
    Ich habe das Lettering ja auch vor kurzem erst für mich entdeckt und bin auch ganz entzückt davon. 🙂 Ich probiere mich allerdings im Brush Lettering, nicht in der Kalligraphie.

    Deine goldene Tinte ist übrigens super schön. 🙂

    Liebe Grüße ♥

  4. Pingback: Monatsrückblick November und Dezember - Habutschu!

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